So weit man das beurteilen kann: die Draft-Strategien der Miami Dolphins

Nun sind es keine drei Wochen mehr bis zum „Draft day“ und so langsam wird klar, mit welcher Strategie die Miami Dolphins ihre 10 Picks in den sieben Runden einsetzen könnten – und viel mehr, welche Positionen sie dabei präferieren.

Gestern machte Barry Jackson eine interessante Aussage in den sozialen Medien: da die Miami Dolphins flexibel bleiben und einen Compensatory Pick für den Verlust von Jevon Holland und Calais Campbell nicht gefährden wollen, würden sie vor dem Draft nichts mehr an den Needs bedienen und mit diesen offensichtlichen „Lücken“ in den Draft-Prozess gehen, um erst nach dem Draft (ab dann zählen verpflichtete Free Agents nicht mehr in die Compensatory Pick-Berechnung) mit FAs und veterans das roster aufzufüllen.

Diese Informationen und News der letzten Tage sowie die Einladungen zu den Top 30-visits der Miami Dolphins lassen, in Verbindung mit dem Abgang von Calais Campbell sowie der weitgehenden Untätigkeit der Franchise nur einen Schluss zu: Miami wird zu einem frühen Zeitpunkt einen Defensive Tackle auswählen wollen. Viele der beat writer sehen diese Position als Top target an, bei den Wettanbietern liegt sie an zweiter Stelle. Wer aber kommt hier infrage?

1. DRAFT TARGETS DER DOLPHINS I: DTs IN R1 ODER R2

Die Klasse der 2025er Defensive Tackle hat den Vorteil, dass sie auf einem hohen Niveau eine starke Tiefe bietet. Der beste DT des Jahrgangs ist vielen Experten zufolge Mason Graham, Absolvent der University of Michigan. Für ein Elite-Talent hat er zu kurze Arme (sagen die Fachleute), aber es sollte zu einem sehr guten starter in der Liga reichen. Er hat den höchsten Floor (das höchte aktuelle Grund-Niveau) aller Spieler und wird die Top 10 sicher nicht verlassen. Eine der franchises wird ihn auswählen – viele rechnen mit Jacksonville an Position fünf. Das Erstaunliche: das größe Potential besitzt er nicht.

Das besitzt (ohne Zweifel) der erst 21-Jährige Walter Nolan von Ole Miss. Der bietet eine Menge an Potential und man lobt ihn bereits in den höchsten Tönen. Natürlich ist es ein Pick nicht ohne Risiko – welches sich aber auch stark auszahlen könnte. Von daher ist damit zu rechnen, dass er spätestens gegen Ende der ersten Runde ein Team finden wird.

Hinter diesen beiden Namen verbirgt sich die Stärke der Class of 2025. Es ist mit gewissen Abstufungen und Präferenzen der Technik, der Explosivität oder anderer skills nämlich nicht von großer Relevanz, ob man sich für Oregons Derrick Harmon, den zweiten Michigan Wolverine, Kenneth Grant, oder THE Ohio States Tyleik Williams entscheidet. Von den Experten stehen die alle fast auf einem Niveau und haben allesamt das Potential in der NFL instant zu starten. Es wird niemanden überraschen können, wenn alle diese fünf am Donnerstag ihren Namen von der Bühne in Green Bay hören würden.

Aufgrund der Tatsache, dass die Dolphins einige Baustellen zu flicken haben, wären aber auch die Spieler im Bereich der zweiten Runde von Interesse. Sie bieten ebenfalls das starting Potential, um DT Nummer zwei zu werden – Zach Sieler ist ja auch noch da – und einen starting spot zu belegen. Spieler wie Darius Alexander (Toledo), T.J. Sanders (South Carolina), Alfred Collins (Texas, war zum top 30-visit bzw. kommt dafür), Florida States Joshua Farmer oder Shemar Turner von Texas A&M sind an dieser Stelle möglich und einen Pick würdig, falls die Miami Dolphins in der ersten Runde einen anderen Weg gehen und vielleicht nicht die Defensive adressieren würden.

2. DRAFT TARGETS DER MIAMI DOLPHINS II: OFFENSIVE LINE

Ein Pick in die Offensive Line zu stecken, ist das von den Buchmachern präferierte Ziel in der ersten Runde. Gerade, weil man ja von einem Karriere-Ende von Terron Armstead ausgehen sollte und die zweite Guard-Position nur nominell besetzt wurde – wer mag schon freiwillig dort Liam Eichenberg als starter wissen – befindet sich hier ein ziemlich klares Need. Dies ist in erster Linie auf der linken Seite, denn RG (James Daniels) und RT (Austin Jackson) hätten die Dolphins schon gut im roster; LT könnten Patrick Paul und Larry Borom übernehmen, der auch LG-BU kann. Ein versatiler OT, der auch Guard spielen kann, wäre sicherlich das präferierte target.

Kandidaten sind hier Will Campbell von LSU oder Kelvin Banks Jr. von Texas. Das wäre sicherlich auch Josh Simmons von THE Ohio State; dessen Verletzung hat ihn aber etwas zurückgeworfen und an Qualität gekostet, so dass er sich hinter den anderen beiden einreiht (Armand Membou als den besten der Tackle-Klasse lasse ich außen vor, weil der die zweistelligen Draft-Ränge auf keinen Fall sehen wird). Aber auch in der zweiten Runde lassen sich zukünftige starter in einer doch recht starken Klasse finden; sollte also DT adressiert werden, werden auch am zweiten Tag hochwertige O-Liner verfügbar sein. Zieht man das Big Board der Times zu Rate, fallen einem Spieler wie Ozzy Trapilo (Boston College), Anthony Belton (NC State), Emery Jones Jr. (LSU) oder Aireontae Ersery von Minnesota ins Auge.

Einen klassischen oder reinen Guard-Markt gibt es in der 2025 draft class natürlich auch. In den ersten beiden Runden stehen dort Alabamas Tyler Booker (hat seinen Status als Top 15-Pick beim Combine und Pro Day ganz schön ramponiert; ist auch eher RG und wäre für Miami nur bedingt eine Option), der als beinahe ebenbürtig angesehene Donovan Jackson (Ohio State) oder Georgias Tate Ratledge auf dem Zettel – den aber wohl erst in Runde zwei (der ist ebenfalls eigentlich RG). Danach fällt die Guard-Klasse doch ein wenig ab.

3. DRAFT TARGETS DER MIAMI DOLPHINS III: Cornerbacks

Ein Abfallen der Cornerback-Klasse von 2025 ist zu beobachten, das ist ebenfalls Teil der Wahrheit. Trotz eines sehr bedrückenden Needs sind für die Miami Dolphins in der ersten Runde zwei Spieler gar nicht oder nur bedingt in Reichweite. Über Colorados CB/WR-Hybrid Travis Hunter brauchen wir nicht zu reden – der wird zu 1000% vor Pick 5 das Board verlassen haben. CB Will Johnson (Michigan) wäre eine absolute Premium-Lösung für die Dolphins. Das der an 13 aber noch da ist, wäre wohl ein absolutes Glück und alle würden nach vorne sprinten. Danach ist der Qualitäts-Verlust merkbar; Jahdae Barron (Texas) ist eher im slot als Nickel corner zu Hause, wo Kader Kohou steht. Boundary ließen sich aber an 48. Stelle einige interessante prospects finden. Shavon Revel (East Carolina), Maxwell Hairston (Kentucky), Trey Amos (Ole Miss) oder Florida States Azareye’h Thomas (besticht durch Länge und Physis) wären gute starting CBs, die sich neben Jaylen Ramsey entwickeln und die Lücke schließen könnten. Sie sind alle ungefähr auf einem Niveau – auch hier jeder mit einem individuellen skill set. Miami wäre also auch hier variabel, wenn es nicht passieren sollte, dass man Will Johnson bekommt. An 48 wäre der CB need auch abzudecken.

4. DRAFT TARGETS DER MIAMI DOLPHINS III: Safeties

Etwas komplizierter, weil nicht deutlich, sieht die Lage bei den Safeties aus. Miami besitzt Patrick McMorris und Special Teams-Ass Elijah Campbell, man hat sich mit Ashtyn Davis und Ifeatu Melifonwu verstärkt, der am College auch Cornerback gespielt hat und eine hybride Rolle übernehmen könnte. Ist es notwendig, Jevon Holland und Jordan Poyer sowie Siran Neal durch einen early round-Rookie zu ersetzen – eingedenk der Tatsache, dass man in der FA noch Veteranen wie Justin Simmons, Jordan Whitehead, Julian Blackmon oder Vonn Bell verpflichten könnte.

Sollte man sich aber entscheiden, die Safety-Position anzugehen, hat man mit dem Jahr 2025 sicher nicht das schlechteste Jahr gefunden. Malakhi Starks von Georgia und South Carolinas Nick Emmanwori zählen zu den herausragenden prospects der vergangenen Jahre und gelten als instant Verstärkung für beinahe jede Defense. Auch wenn Starks von NFL:com nur das viertbeste Grade verpasst bekam, wird er von vielen Experten doch als bester Spieler seiner Position angesehen. Im Speed-Bereich ist er es auf jeden Fall. Seine Interviews waren wohl herausragend, was zu seiner Spiel-Intelligenz passt. Einige Abzüge bekommt er in der Athletik. Die hat Nick Emmanwori (eher Strong Safety) nicht. Ganz im Gegenteil. Im Athletic Score (RAS) konnte der Spieler eine 10.00 erreichen. Die Bestnote. Damit schneidet er im Vergleich sogar wesentlich besser ab als Jevon Holland. In der Athletik ranked der Spieler an 1 von insgesamt 1086 getesteten Strong Safeties seit 1987. Da bekäme man schon ein Monster mit Potential bis zum Horizont – wenn man es haben wollte.

Entschiede man sich in Runde 1 gegen einen Safety, hat auch die zweite Runde zumindest ein Duo zu bieten, die man als starting Safety aufstellen könnte. Notre Dames Xavier Watts und Billy Bowman Jr. (Oklahoma) haben eine ähnliche Einschätzung wie Starks und Emmanwori. Watts, der schon mit Malik Hooker verglichen wird, seine Minus-Punkte in Tackling und Disziplin würden einige sicherlich als „passend für die Dolphins beschreiben“. Die Tackling-Schwächen und seine Größe halten auch Bowman davon ab, noch mehr zu sein als ein Spieler mit 2nd round grade. Da er aber ein Safety/Corner-Hybrid ist und seine Instinkte ihm bei seiner Art zu spielen helfen, wird er sicherlich eine Franchise finden, die sich früher am zweiten Tag auf den jungen Mann besinnen wird.

FAZIT

In diesem Artikel wurden nun vier/fünf Needs besprochen und sicherlich 25 Namen genannt, von denen zwei in den ersten beiden Runden der Miami Dolphins möglich sind. Möchte ich dafür eine Garantie übernehmen? Auf keinen Fall! Die Dolphins können variabel auf das Board reagieren. Chris Grier ist mit seiner Strategie sowieso noch schwerer auszurechnen. Edge #4, Tight End #2, RB #2 oder #3, BU-QB, WR (was ist mit Tyreek Hill?) – mit den oben angesprochenen Needs ist es ja im roster der Fins noch nicht getan. Da lässt sich beinahe jeder Pick (bis auf Punter und Kicker) argumentativ erklären. Von daher: viel Spaß am Draft day und dann gucken wir mal, was kommt ^^

#Go Fins!

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