Aus aktuellem Anlass: Die Coaches der Miami Dolphins – vom „Don“ zu „McGenius“

Aus aktuellem Anlass des 60-jährigen Franchise-Jubiläums und der jüngsten Entlassung von Mike McDaniel ist es sicherlich angebracht, einen kurzen Blick auf die bisherigen Headcoaches der Miami Dolphins zu werfen, bevor der neue GM den insgesamt zwölften HC interviewen, einstellen und benennen wird. Überstrahlt wird die Liste natürlich von Don Shula, dem (wahrscheinlich) auf ewig bestehen bleibenden Rekord-Inhaber der meisten Siege eines Coaches in der Liga-Geschichte. Die (zumindest chronologische) Eins trägt bei den Dolphins aber jemand Anderes

George Wilson, Coach von 1966-1969, record von 15-39-2

Joe Robbie (der erste Owner der Franchise) stellte George Wilson im Jahr 1966 als ersten Coach der Miami Dolphins an. Vorher war er Coach bei den Chicago Bears, Detroit Lions und der WRs der Washington Redskins (weil sie historisch so hießen, hier dieser Name). Er sollte die ersten Jahre der Expansion begleiten und eine Mannschaft aufbauen. Das dies nicht gerade viel sportlichen Erfolg und viele Siege bedeuten würde, war damals schon klar. Als nach drei Jahren des stetigen Verbesserens ein Rückschritt eintrat und die Dolphins eine 3-10-1 – Saison in Wilsons viertem Jahr hinlegten, wurde er entlassen und durch einen Coach der Baltimore Colts (so hießen die damals) ersetzt…

Don Shula, Head Coach 1970-1995, record bei den Dolphins: 257-133-2

Was soll man über den größten Trainer mit den meisten Siegen in der NFL-Geschichte groß schreiben (müssen)? Er hat es geschafft, von einer 3 Siege-Franchise innerhalb von zwei Jahren die einzig ungeschlagene Mannschaft in einer kompletten Saison zu formen. 2 Super Bowls, 1972 Coach of the year, die meisten Siege in der regular season, die meisten Siege insgesamt, der Ziehvater unzähliger Pro Bowler, Hall of Famer und und und. Insgesamt 25 Jahre lang Head Coach der Miami Dolphins, minority owner mit weitreichenden Kompetenzen. Er coachte nicht viele Quarterbacks, aber beinahe alle (Johnny Unitas bei Baltimore, Bob Griese, Dan Marino) zählen zu den Ikonen dieses Sports. Gegen Ende seiner coaching-Karriere wechselte die Ownership und nicht wenige Spekulationen befassen sich damit, dass die angespannten Gespräche mit Wayne Huizenga im Jahr 1996 zu Shulas Rücktritt führten. Ihm sollte ein weiterer schillernder Name nachfolgen.

Jimmy Johnson, 1996-1999, record von 36-28-0

Der Baumeister der erfolgreichsten Zeit von „Americas team“, den Dallas Cowboys, wechselte mit zwei SB-Ringen im Gepäck nach zwei Jahren der Ruhezeit 1996 zu den Miami Dolphins und sollte sowohl an die erfolgreiche Zeit Shulas als auch die eigenen Meriten anschließen. Aber wie auch in den heutigen Zeiten stellte sich der Erfolg nicht mehr so richtig ein. Man erreichte zwar die Playoffs und gewann drei Mal die Wild Card games. Zu mehr als zehn Siegen, einem Playoff-run oder einem Divisions-Titel reichte es aber nicht; Johnson verließ die Dolphins und wendete sich seinem TV-Engagement zu.

Dave Wannstedt, 2000-2004, 45-35-0

Wannstedt, der unter Johnson 1999 noch Assistant HC gewesen war, brachte es immerhin fertig, vier positive Saisons zu coachen und für den letzten Playoff-Sieg der Fins verantwortlich zu sein (am 30.12.2000 ein Heimsieg im Wild Card game gegen die Colts). Als er im darauffolgenden Jahr aber keinen Erfolg mehr verzeichnen konnte, trat auch er zurück.

Der Playoff-drought und die Zeit bis heute zusammengefasst

In den dann folgenden 20 Jahren dauerte keines der Engaments der Coaches mehr als vier Jahre. Insgesamt acht Headcoaches versuchten allesamt, mehr oder weniger erfolgreich den Miami Dolphins die alten Erfolge zurückzubringen. Ob es sich um

  • Nick Saban (2005-2006)
  • Cam Cameron (2007)
  • Tony Sparano (2008-2011)
  • Joe Philbin (2012-2015)
  • Adam Gase (2016-2018)
  • Brian Flores (2019-2021) oder
  • seit 2022 Mike McDaniel

gehandelt hat – nachhaltiger Erfolg in den Playoffs stellten sich eigentlich nie nachhaltig ein. Nun liegt es am neuen GM Jon-Eric-Sullivan, ein besseres Händchen bei der Coaching-Verpflichtung zu haben als seine Vorgänger und den Erfolg der frühen Jahre nach Miami zurückzubringen. Chris Grier (GM von 2016 an) hat drei Head Coaches und drei Versuche lang mit Gase, Flores und McDaniel versucht, das zu schaffen – und ist gescheitert. Die Liste der General Manager der Dolphins zwischen Eddie Jones (2004) und Grier ist mit Rick Spielman, Randy Mueller, Jeff Ireland und Dennis Hickey (vier in zehn Jahren) ja nicht weniger lang.

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