
In den Tagen nach dem Saison-Finale für die Miami Dolphins und des Verpassens der Playoffs haben die Personal-Diskussionen rund um die von Stephen Ross geführte Franchise schwer an Fahrt aufgenommen. Es wurde nicht nur eine Liste von sieben-acht Kandidaten für den vakanten Posten des General Managers veröffentlicht, sondern auch die Entwicklung einer anderen NFL-Franchise in Maryland geistert seit mehreren Stunden durch Florida. Hier eine Zusammenfassung und eine kritische Ansicht.
I. Die Suche nach einem neuen General Manager
In dieser Woche werden, so verkündeten es mehrere beat writer aus Miami, erste Zoom-Calls mit möglichen Kandidaten für die Nachfolge von Interims-GM Champ Kelly stattfinden. Diese virtuellen Meetings sind deswegen erforderlich, weil zahlreiche der bekannten Kandidaten in ihren alten Jobs noch die NFL-Playoffs bestreiten und schwer abkömmlich sind. Die Dolphins selber haben eine Liste der möglichen GMs veröffentlicht. Nimmt man den bisherigen Amts-Inhaber mit dazu, stehen nun sieben Namen auf der Liste:
- Tariq Ahmad, San Francisco 49ers Vice President, Player Personnel
- RJ Gillen, San Francisco 49ers Assistant General Manager
- Alec Halaby, Philadelphia Eagles Assistant General Manager
- John McKay, Los Angeles Rams Assistant General Manager
- Jon-Eric Sullivan, Green Bay Packers Vice President of Player Personnel
- Josh Williams, San Francisco 49ers Director, Scouting and Football Operations
Dazu kommt dem Vernehmen nach Chad Alexander, Los Angeles Chargers Assistant General Manager. Die Dolphins haben gestern eine Anfrage wegen eines Interviews an die Franchise aus LA gestellt, auf der Liste (die auf der eigenen HP zu finden ist unter: https://www.miamidolphins.com/news/miami-dolphins-2026-general-manager-tracker), wurde er ergänzt. Generell lassen sich mehrere Aspekte bei den acht Namen erkennen:
–> vier der Namen sind stellvertretende GMs bei Playoff-franchises (Gillen/Halaby/McKay/ Alexander)
–> zwei der Kandidaten sind bei Playoff-Teams als Vizes für Player Personnel zuständig (Ahmad/Sullivan)
–> lediglich Champ Kelly ist „in house“, sieben potentielle GMs kämen extern hinzu
–> drei Männer haben durch ihre Arbeit bei den 49ers eine mehr oder wenige direkte Verbindung zum bisherigen HC Mike McDaniel und teilweise mehrere Jahre mit dem zusammengearbeitet. Daraus jetzt eine Job-Garantie für den bisherigen Headcoach abzulesen, mag in der Theorie möglich sein. Die Praxis der Schnellebigkeit des NFL-Geschäfts hat hierzu jedoch eine neue Note in die Klaviatur geschrieben:

II. Hat eine Trainer-Entlassung Auswirkungen auf die Zukunft von Mike McDaniel bei den Miami Dolphins?
Die Baltimore Ravens gaben gestern die Trennung von ihrem langjährigen Headcoach John Harbaugh bekannt. Das Verpassen der diesjährigen NFL-Playoffs war wohl zu viel, um seinen Job zu retten. Der 63-jährige Coach, in dieser Funktion bei den Ravens seit 2008 tätig, hat einen Super Bowl gewonnen und in seiner Karriere eine deutlich positive Bilanz aufzuweisen. Mit 193-124 career wins bedeutete die abgelaufene Saison eine von lediglich drei losing seasons – nur im Jahr 2015 holten die Ravens unter seiner Führung weniger als acht Siege. Diese Bilanz kann sich durchaus sehen lassen und mehr als ein mal mussten die Dolphins in den letzten Jahren in Aufeinandertreffen mit der Franchise aus Baltimore erfahren, wozu von Harbaugh gecoachte Teams gerade defensiv in der Lage sind. Seine Verbindung zu Lamar Jackson und die Tatsache, dass der QB auch bei den Miami Dolphins Gerüchte hervorgerufen hat, tragen zu der Tatsache bei, dass viele Experten eine Verbindung zu den Fins sehen – wenn es auch lt. beat writer Barry Jackson und seinen Quellen Stand Mittwoch Nachmittag noch keine Kontaktaufnahme gegeben haben soll. Eine zusätzliche Note erfährt es, wenn man die zeitliche Abfolge von „Miami packt den Chargers assistant GM als Kandidaten auf die Liste“ und „Baltimore feuert Harbaugh“ im Hinterkopf hat. Die beiden haben nämlich von 2008 bis 2019 in Baltimore teilweise sehr erfolgreich zusammengearbeitet. Das kann Zufall sein – kann aber auch ein Fingerzeig sein, wie es bei den Dolphins weitergehen könnte. Ein „Baltimore triple hire“ (Alexander, Harbaugh, Jackson) ist zumindest denkbarer geworden, als dies noch vor 48 Stunden war…
Es bleibt abzuwarten, wann Miami einen neuen GM ernennen und Harbaugh dann noch verfügbar sein wird. Dann wird aus diesem Strohfeuer vielleicht ein heißes Gerücht. Bis dahin bleibt den Fans zumindest die Aussicht, wieder ein „hätten wir mal XY geholt, dann wären wir SB contender geworden“ – Spiel zu spielen, wie es in der Vergangenheit schon so oft gespielt werden konnte…


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