
Nach wochenlanger Unsicherheit und einigen Hoffnungen hat DT Calais Campbell wohl eine Entscheidung getroffen und wird nicht zu den Miami Dolphins zurückkehren. Stattdessen schließt sich der 39-Jährige dem NFC-Team der Arizona Cardinals an – der Franchise, bei der die NFL-Karriere im Jahr 2008 begann. Daher schließt sich der Kreis, Miamis Planungen auf der DT-Position können nun von Neuem beginnen und ein weiteres Draft need – welches realistischerweise schon vorher da gewesen sein muss – kann angegangen werden. Denn wie die Miami Dolphins auf diesen erheblichen Verlust reagieren werden, bleibt abzuwarten.

Was nun, Miami?
Mike McDaniel, Anthony Weaver und Chris Grier stellt der Verlust von Campbell vor einige Herausforderungen, denn auf der Position des DT sind die Fins Stand heute nicht wirklich gut aufgestellt. Klar, standout player Zach „Sack“ Sieler bildet die Speer-Spitze der Defensive. Benito Jones bringt es als nose tackle im letzten Jahr auf knapp 50% der snaps. Darüber hinaus macht das roster aber nur noch Neil Farrell aus. Der hat im letzten Jahr ganze 65 snaps Defense gespielt (gerade mal 14%) und kann lediglich zwei Tackles auf dem Statistik-Zettel sein Eigen nennen. Das ist dann doch reichlich dünn besetzt. Calais Campbells Zahlen müssen irgendwie aufgefangen werden – und das ist bei dem workload, den der Spieler im letzten Jahr in der Defense und auch im Special Team sowie in seiner Leader-Rolle für die Franchise eingenommen hat, ein absolutes Problem.
In der Free Agency als einem Mittel des Ersatzes findet sich ein Spieler der Qualität nicht (mehr). Ex-Spieler Raekwon Davis kam weder bei den Colts noch in seiner Zeit in Miami auf solche Zahlen – und ob ein weiterer Ehemaliger, Ex Raiders-Spieler John Jenkins, oder Veteranen der Kategorie Linval Joseph oder Jonathan Hankins diesen Verlust ersetzen können, ist nahezu ausgeschlossen.

Man wird sich viel mehr in den ersten Runden des 2025er NFL-Drafts nach Spielern umsehen (müssen), die eine ähnliche Rolle neben Zach Sieler einnehmen könnten. Dabei ist recht offensichtlich, was Miami tun könnte, wenn man sich dafür entscheidet, an einem der ersten beiden Tage einen DT auszuwählen. Den besten Spieler des Jahrgangs auf der Position, Michigans Mason Graham, wird Miami fast sicher nicht bekommen können. Auf vielen big Boards steht er an Position vier (PFF, NY Times), in diversen mock Drafts wird er an 5 nach Jacksonville predicted. Selbst wenn die Jaguars den nicht nehmen würden, bis an die 13. Stelle wird er nicht fallen – sollte nicht Außergewöhnliches passieren.
Anders verhält es sich da beim Widerpart von Graham bei den Wolverines, Kenneth Grant. Der wird entweder bei den Dolphins, bei den Bengals an 17 (Charles Davis von NFL.com) oder bei den Bears (Uptrade predicted von PFF) gesehen – auf jeden Fall aber in Runde 1. Ähnliches gilt für Walter Nolan (Ole Miss) oder Derrick Harmon (Oregon). Die besitzen nicht die herausragende Klasse von Graham oder eines Christian Wilkins, sind aber dennoch sehr starke Spieler dieser Positions-Gruppe. Die NY Times hat alle auf dem big board zwischen 20 und 27, CBS an 18/19/31; Daniel Jeremiah (NFL.com) hat Harmon an 26, Grant an 28 und Nolan an 34. Die würden demnach alle für einen 1st round Pick infrage kommen und könnten instant in der NFL starten – der eine mehr, der Andere weniger. Es würde aber gerade nach der Entscheidung von Calais Campbell und der Tatsache, dass der FA-Markt auf dieser Position weitgehend leer gefegt ist, niemanden überraschen, wenn im Draft an Tag 1 ihr Name von den Miami Dolphins auf die Karte diktiert würde.
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