DIE ERSTEN STAFF-MOVES DER NEUEN FÜHRUNG DER DOLPHINS (MIT UPDATES)

Die Tinte unter den Verträgen des neuen GMs, Jon-Eric Sullivan, und des neuen HC, Jeff Hafley, sind noch nicht wirklich lange trocken, da gehen die beiden schon daran und stellen sich ihren persönlichen Staff zusammen. Bereits vor zwei Wochen hatten die Miami Dolphins ja die Trennung von Assistant GM Marvin Allen bekannt gegeben, diese Stelle war auch bei Amtsantritt von Sullivan noch vakant. Dies hat sich dem Vernehmen nach gestern geändert und das Front Office wird durch den 41-jährigen Kyle Smith ergänzt.

Smith war vor seiner Zeit in Miami sowohl als Assistant GM bei den Atlanta Falcons (2023-25) sowie als „vice president of player personel“ für Atlanta (2021-22) und das Washington Football Team – als die Commanders so hießen – (2020) tätig. Bei der Franchise aus der Hauptstadt der USA hatte sich der ehemalige Wide Receiver in den Jahren zuvor, als das Team noch unter dem Namen Redskins bekannt war, vom Scout über den „director of College personel“ zum Mitverantwortlichen für das roster hochgedient.

Der in der NFL hoch anerkannte Kyle Smith war verfügbar, weil Atlantas bisheriger GM Terry Fontenot entlassen wurde. Da sein Name unter den potentiellen Nachfolgern für diese Position fehlte, entschied sich Smith für einen Neu-Beginn bei den Dolphins. Wie auch bei GM Sullivan liegen seine Grundlagen im Scouting und der Spieler-Rekrutierung. Bei den Falcons hat gerade der 2025er Draft eindrucksvoll gezeigt, dass Wert auf die Defensive und Physis, aber vor allem auch Qualität, gelegt wurde. Drafts von Jalon Walker und James Pierce (Edge) sowie Xavier Watts und Billy Bowman (Safeties), der sich ja leider eine schwere Verletzung zuzog, haben deutlich gemacht, dass Kyle Smith den von „JES“ vorgestellten Weg im Scouting und Drafting durchaus unterstützen und positiv unterbauen kann. Eine absolut passende und qualitativ hochwertige Wahl, die auf die Zukunft hoffen lässt.

Neue Coaches und DC-Spekulationen – auch Jeff Hafley beginnt seine Arbeit

Mit nicht weniger Spannung wurde und wird erwartet, welchen Coaching staff sich Jeff Hafley zusammenstellen würde. In den US-Medien ließ ein erstes Interview aufhorchen, in dem er erklärte, er wolle seinen Coaching staff nach guten und positiven Gesprächen bis über das Wochenende zusammengestellt und vorgestellt haben. Das dazu noch der aktuelle DC, Anthony Weaver, gehören würde, ist eher unwahrscheinlich. Auf der einen Seite hat der 45-Jährige mehrere Interviews für den Posten des Head Coaches. In Baltimore wurde gegen ihn entschieden, in Pittsburgh war er Freitag persönlich zum Interview. Am (heutigen) Samstag steht ein Treffen mit dem FO der Buffalo Bills in Los Angeles an. Von daher neigt sich seine Coaching-Zeit bei den Miami Dolphins dem Ende entgegen.

Nun lässt sich für den Posten des Defensive Coordinators spekulieren, ob er mit der von Barry Jackson angesprochenen Aussage „he needs a DC who intimately knows his system and can implement it in offseason so that he can focus on head coach duties with the entire team“ nun entweder seinen ehemaligen DC bei Boston College oder dessen Nachfolger des Jahres 2023 meint. Beide sind inzwischen Linebackers coaches in der NFL. Der 44-Jährige Tem Lukabu (DC Boston College 2020-22) ist bei den Jacksonville Jaguars angestellt, Sean Duggan (Co-defensive coordinator und Linebackers Coach Boston College, 2020–2023) hat darüber hinaus noch zwei weitere Jahre mit Hafley in Green Bay auf dem Buckel (2024-actual). Um einen der beiden wird es sich wohl handeln, zu sehr passen sie in das gesuchte Schema. Bei Sean Duggan stünde positiv im Buch, dass er in der Lage war, die missed tackles deutlich zu reduzieren – eine Kategorie, in der die Dolphins schon seit Jahren in der NFL führend sind. Wobei 2025 sieben Teams schlechter waren als die Fins; 112 verpasste Gelegenheiten in 17 Spielen (über 6/game) sind aber dennoch zu viel. Zumal der Eye-test noch viel schlimmere Werte vermuten ließ (Quelle: https://www.pro-football-reference.com/years/2025/opp.htm). Weiter sind die Dolphins hingegen mit einer anderen Personalie

Die Personalie des Special Teams Coordinator

Das STC Craig Aukerman nicht mehr zurückkehren würde, war spätestens an dem Moment wahrscheinlich, als die Interviews mit einigen Kandidaten öffentlich wurden. Letzten Endes entschied man sich dann für Chris Tabor und damit einer sehr erfahrenen Lösung. Man reagierte damit auf den Umstand, dass der Divisions-Rivale HC Sean McDermott entlassen hatte und Tabor somit verfügbar wurde. Der 54-Jährige, der in seiner Coaching-Karriere sogar schon einmal interimsweise sechs Spiele lang Head Coach der Carolina Panthers gewesen ist, hat vor dem Special Teams der Bills bereits die Units in Chicago, Cleveland und eben Carolina betreut – hier dürfte auch seine erfolgreichste Station gewesen sein. Die entscheidende Station seiner Vita für den Dolphins-Job ist aber sicherlich Cleveland (2014-15), wo ein gewisser Jeff Hafley die DBs der Browns trainierte und so mit Tabor in Berührung kam. Auch da: man kennt sich aus einer gemeinsamen Vergangenheit. In Buffalo kam seine Unit eher rauhbeinig und undiszipliniert daher, sie produzierte einige Strafen (5th most penalties, 3rd most yards conceded in der NFL). Darüber hinaus mussten Kicker und Punter mehrfach gewechselt werden, es war demnach kein leichtes Jahr. Nichtsdestotrotz wurde Ray Davis als Returner ins All-Pro Team berufen. Ob Tabor dies dann auch mit Eskridge und Washington hinbekommt (wenn die beiden im Team bleiben) und welcher Kicker überhaupt mit den Fins in die Saison geht, sind entscheidende Fragen, die Tabor zu beantworten hat. Die Fragen nach den anderen Coaches werden mit Sicherheit in Kürze beantwortet werden…

UPDATE DES 24.01.2026: DER „NEUE“ OFFENSIVE COORDINATOR

Nach dem Abgang des bisherigen, offensiv motivierten, Mike McDaniel war auch die Personalie des Offensive Coordinators fraglich geworden. Der bisherige Amts-Inhaber, der 44-jährige Frank Smith, war insgesamt drei Jahre für die Miami Dolphins in dieser Position tätig. Doch was genau als Coach unter McDaniel denn tatsächlich gemacht hat, war vielen nicht so ganz klar. Unter dem neuen Cheftrainer Hafley nun wurde ein erfahrener Trainer gesucht, der in der Lage ist, die offensiven plays zu callen (in der Vergangenheit war dies Kompetenzbereich McDaniels) und eigenständig diese Seite des Balls zu betreuen.

Wie am Samstag Abend nun bekannt gegeben wurde, haben sich die Miami Dolphins auf der Suche von der Tatsache leiten lassen, dass sowohl eine Vertrautheit zum bisherigen offensiven Schema, Erfahrungen als Playcaller (und als Head Coach) sowie eine Bekanntheit zu Hafley bestehen (2017-18 im gleichen defensive staff von Kyle Shanahan bei den 49ers). Dies alles trifft auf den ehemaligen Senior passing game coordinator der Dolphins, den 38-jährigen Bobby Slowik, zu. In der letzten Woche noch war er zu einem Interview bei den Philadelphia Eagles eingeladen, nun wird er Frank Smith nachfolgen. In den Jahren 2023 und 2024 war er Offensive Coordinator der Houston Texans und damit für den Aufstieg von C.J. Stroud mit verantwortlich. Man sollte nicht verschweigen, dass das zweite Jahr der Texans offensiv deutlich schlechter war als das erste. Es bedeutet aber immerhin die Möglichkeit einer Konstanz im offensiven staff; hoch geschätzte Coaches wie z.B. RB Coach Eric Studesville oder Tight Ends Coach John Embree könnten der Franchise erhalten bleiben. Gleiches gilt natürlich auch für einen Teil der Spieler. Wie viel von dem offensiven struggle der passing offense der Dolphins auf Slowik zurückfällt, ist von außejn schwer zu sagen.

Generell handelt es sich um eine erwartbare und naheliegende Entscheidung der Franchise, um die Expertise von Slowik in Miami zu behalten und gleichzeitig an die Zeit von McDaniel und des „Shanahan-Systems“ anzubinden. Ob es weitere Veränderungen im Staff geben wird, bleibt abzuwarten. Vor Slowik liegen auf jeden Fall zentrale Fragen, die sowohl die Zukunft von ihm als auch dem Headcoach Jeff Hafley maßgeblich bestimmen werden. Der Umgang mit Tua, die Suche nach einem neuen QB, der Aufbau einer O-Line entsprechend der Vorgaben des neuen Regimes – das alles sind Arbeitspunkte, die Slowik zu lösen imstande sein soll.

UPDATE DES 25.01.26: eine große Baustelle wird bearbeitet

Wie in den späten Abendstunden des Samstags noch bekannt wurde, hat sich das neue Regime auch auf einer Position mit einem bekannten Namen verstärkt, die in besonders der letzten Saison für reichlich Bauchschmerzen und Ärger gesorgt hat: dem strength und Conditioning, der medizinischen und physischen Versorgung der Miami Dolphins. Nicht umsonst standen am Ende der Saison, als Quelle dient die vereinseigene Homepage, insgesamt 21 Spieler entweder auf der Injured Reserve- oder der physically unable to perform (PuP) – Liste. Eichenberg, Sanders, Benito Jones, Kader Kohou, Eskridge, James, Daniels, Tyreek Hill, TE-Talent Jaylen Conyers und viele mehr – der Krankenstand der Fins in diesem Jahr war sicherlich einer der Faktoren, warum es in der Saison nicht so gut lief. Dies will man in der Zukunft mit Strength and Conditioning Assistant Todd Hunt verbessern, der aus Green Bay nach Miami wechselt. In insgesamt sieben Jahren dieser Tätigkeit war er zunächst für die Bengals tätig (dort war er unter anderem für die Behandlung von Joe Burrow zuständig), bevor er nach Wisconsin wechselte. Nun dann eben Florida. Er wird keine Wunderdinge vollbringen und seine bisherige Vita zeigt auf, dass er keine Verletzungen wird verhindern können. Wenn es ihm aber möglich ist, die Ausfall-Zeiten zu verkürzen und die Physis der Spieler zu stärken, eine sehr sinnvolle Ergänzung.

Kategorien:

Keine Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert