Recap der weiteren Free Agency bis 18.03.2023 – viel Bewegung im roster der Fins, eine Unit formiert sich

Da wir nun schon einige Tage in der Free Agency-signing-Phase sind und bei mir daheim (noch) kein Internet liegt, gibt es statt Podcast heute mal in Schrift-Form eine Einschätzung der Free Agency-moves der Miami Dolphins. Dies gilt insbesondere für die Entscheidungen, die nach meinem letzten Artikel am 13.03. getroffen wurden. Zunächst mal chronologisch die Roster-Bewegungen der Miami Dolphins im Überblick:

Free Agency Moves der Miami Dolphins (derzeit 20 Zugänge plus Ramsey)

a) für die Dolphins gesignte neue Free Agents (also ohne Jalen Ramsey – der fließt aber in das Gesamt-Urteil ein)

  • TE Eric Saubert kommt von den Broncos zu den Dolphins
  • Miami verpflichtet aus Tennessee LB David Long Jr.
  • Safety-Tiefe kommt aus Detroit, DeShon Elliott schließt sich den Fins an
  • von den Jets macht sich ein Trio auf in Richtung Süd-Florida. QB Mike White, WR Braxton Berrios und OT Dan Feeney schlagen hier auf
  • Punter Jake Bailey wechselt innerhalb der AFC East von Boston zum Rivalen
  • WR Freddie Swain kommt offiziell vom waiver wire der Broncos nach Miami
  • Neuester move: LB Malik Reed schließt sich den Dolphins an; nicht von den Broncos direkt, sondern mit der Zwischen-Station Pittsburgh

b) Spieler, die Miami wieder zurückholt und weiterverpflichtet:

  • der komplette HB-room des letzten Jahres (Raheem Mostert, Jeff Wilson Jr., Salvon Ahmed, Myles Gaskin sowie FB John Lovett) bleibt den Dolphins erhalten
  • LB Duke Riley hat verlängert
  • CBs Nick Needham und Elijah Campbell werden bleiben
  • Die LT Geron Christian und Kendall Lamm (kann auch RT) haben wieder unterschrieben
  • auch WR River Cracraft wird weiterhin Aqua tragen dürfen

c) Dolphins, die (z.T. leider) ihre Karrieren woanders fortsetzen:

  • während Mike Gesicki innerhalb der AFC East zu den Patriots geht, wird P Thomas Morstead bei den Jets anheuern
  • Elandon Roberts wird als LB zukünftig für die Steelers aktiv sein
  • Hunter Long wurde ja durch den Ramsey-Trade zu den Rams mit abgegeben
  • Gerüchteweise wird Teddy Bridgewater als Backup-QB für DeShaun Watson nach Cleveland gehen

Fazit der ersten Woche

Zunächst einmal ist auffällig, dass vor allem die Defensive des neuen DC Vic Fangio bedacht und aufgerüstet wurde. David Long Jr. und Malik Reed (gerade der kennt sowohl Bradley Chubb als auch Vic Fangio aus seiner Zeit bei Denver) zeigen, wo es bei den Linebackern der Dolphins in der Vergangenheit etwas haperte und was Vic Fangio leisten möchte. Wenn Reed an seine Zeiten in Denver anknüpfen kann (Steelers spielte er nicht so berauschend), hat man sich dort zumindest nicht verschlechtert. David Long ist ein „every down guy“, der Druck und Jagd auf den gegnerischen QB macht, aber ebenso in der Coverage ein Upgrade zu all den Spielern bedeutet, die im letzten Jahr auf der Position aktiv waren. Wenn man jetzt noch die Fähigkeiten eines Vic Fangio hinzu bezieht, hat sich Miami hier zumindest insgesamt schon deutlich stabilisiert. Zusammen mit Jerome Baker werden die drei (Re-) signings sicher eine schwache Unit wesentlich verbessern. Wenn dann Ex-Rookie Channing Tindall seine Rolle findet, wird das LB corps als „zweite Linie“ hinter unserer D-Line (Chubb, Phillips, Ogbah, Sieler, Davis, Wilkins – da fehlt jetzt „nur“ noch der vierte Edge…) nicht sehr viel abfallen, wenn es auch nicht das „Tafelsilber“ ist.

Das Prunkstück der Dolphins war, ist und wird durch die Free Agency moves noch einmal mehr die Secondary. War man hier mit Xavien Howard sowie den Safeties Jevon Holland und (einem fitten) Brandon Jones schon gut aufgestellt, wurde hier erneut massiv auf- und nachgerüstet. „Zufalls-Fund“ Kader Kohou und Solid-Safety Verone McKinley gehören den DBs weiterhin an; „Cinderella kid“ Nick Needham konnte sich dem nicht entziehen und blieb ebenfalls (recht kostengünstig). Das alles wäre schon stark genug, doch die Dolphins verpflichteten noch Safety DeShon Elliott von den Lions. Der hat nicht nur am College in Texas mit Brandon Jones für die Longhorns gespielt. Er ersetzt damit auch die Lücke eines Eric Rowe und füllt sie mehr als aus. Sowohl in der run defense als auch der coverage sollte er unter Vic Fangio glänzen können und dem Safety-Room vor allem Tiefe verleihen. Das Ganze zu einem günstigen Kurs. Drei potentielle Pro Bowler, hochwertige Tiefe auf CB und Safety – auch ohne Jordan Poyer sicher die beste Unit im roster der Fins. And we´re not done yet…

Defense gut und schön – aber was macht die andere Seite des Eis?

Was in der Offense deutlich wird: hier herrscht in erster Linie Kontinuität. River Cracraft bleibt, Kendall Lamm und Geron Christian holt man wieder, der RB room bleibt sogar gänzlich unverändert. Den enttäuschenden Cedrick Wilson möchte man traden – ersetzt hat man den wohl teuersten returner der Liga schon. Braxton Berrios (ehemals Jets) macht die speedster noch schneller und er ist zudem ein sehr brauchbarer Punt- und Kick returner – Waddle und Hill bekommen hier also frei. Was fehlt? Eric Saubert ist nicht die erhoffte „sexy“ Verstärkung auf TE – muss er aber auch nicht sein. Mit Smythe und ihm sind zwei schon mal an Bord, ein Dritter wird noch gesucht. Bei den RBs (vier bleiben) muss nicht mehr justiert werden, auf QB ist man durch Tua, Tompson und Mike White gut aufgestellt. Die einzige Baustelle ist und bleibt (Stand 18.03. 22 Uhr) die Offensive Line.

Das Sorgenkind (?) – Die Offensive Line mit Optionen und Varianten des Improvements

Sind wir nicht wieder da, wo wir letztes Jahr waren – oder die Jahre davor? Natürlich. Der neue O-Line Coach heißt dieses Mal Butch Barry und muss versuchen eine gescheite Unit auf den Platz zu kriegen, um das run game zu unterstützen und den QB zu beschützen. Dabei sollten LT Terron Armstead, RG Robert Hunt und auch Connor Williams gesetzt sein. Ob man ihn jetzt als Center oder LG einsetzt, ist dabei egal. Top 10 quality hat er auf beiden Positionen nachgewiesen. Bleiben im roster Robert Jones (62er-Grade bei PFF; lässt sich als solide und Top 50-Guard bezeichnen), Kendall Lamm (versatiler Tackle und solider pass blocker, Starter aber wohl eher nicht), Dan Feeney (Backup als Guard oder Center; man ist aber froh, wenn der – zumindest war das NY – nicht spielen muss), Geron Christian (letztes Jahr nicht einen snap gespielt und eher Camp buddy) sowie die beiden Sorgen-Kinder Liam Eichenberg und Austin Jackson. GM Chris Grier sagte ja, er erwarte einiges von ihnen – aber daran möchte ich nicht glauben. Vielmehr erwarte ich das Szenario, dass man post June tatsächlich Eichenberg cuttet (spart knapp 1,4 Mios an cap space), sich die Gelder eines Byron Jones-Post June 1st releases schnappt und mit den dann frei werdenden 16 Mios auf dem Trade-Markt aktiv werden wird. Muss man vielleicht gar nicht. Der von den Chargers entlassene Matt Feiler hat sowohl snaps als LG als auch als RT gespielt. Sein ehemaliger O-Line-Coach bei den Chargers in einer „Career season“? Genau, Dolphins-OC Frank Smith. Wieso also nicht hier zuschlagen? Andere Variante: Ex-Broncos-Guard Dalton Risner hat eine Geschichte mit O-Line Coach Butch Barry. Da könnte auch etwas gehen. Risner als RG und Hunt als RT wäre denkbar. Variante drei und ein „name to watch“: Bengals-RT La´El Collins. Letztes Jahr im bidding war mit (vermeintlich) den Fins zu Joe Burrow und Co. gekommen, haben die Bengals in der FA u.a. mit Orlando Brown und Cody Ford zwei neue OTs verpflichtet. Post June würden sie bei Cut oder Trade knapp 7,7 Mios an cap einsparen. Die 9,3 Mios an cap hit hätte Miami nach Byron Jones-Entlassung locker parat. Wieso also nicht für geringen value bei den Bengals diesen Spieler „abgreifen“, der bei Cincy bei Weitem das schlechteste Jahr seiner Karriere hinter sich hat und sicher eine der besseren Optionen auf RT wäre?

Was die O-Line der Bengals mit Miami zu tun hat oder macht Grier die Geschichte rund?

Apropos Bengals: mit in der Verlosung und Teil der Spekulationen ist auch OT Jonah Williams. Der möchte lieber LT spielen, kann aber auch RT sein. Da wird es zwischen zwei veritablen Startern einen Battle geben und der Verlierer dürfte sich nicht ohne Weiteres auf die Bank setzen. Nicht vergessen: durch Brown und Ford hat Cincy zwei OTs neu geholt, einer wird da hinten runter fallen. Williams hat angeblich schon einen Trade angefragt, würde ohne dead cap gehen können und die Bengals würden in seinem 5. Jahr (5th year option lässt ihn 12,604 Mios verdienen, die Cincy bei einem Trade zu 100% einsparen würde. Der value ist dementsprechend gering) sicherlich gerne umgehen, Williams als FA gehen lassen oder ihn fett bezahlen zu müssen. Er wurde übrigens 2019 von der Alabama Crimson Tide weg an 11 gedraftet. Gespielt hat er da vor welchem Quarterback? Genau – die Verbindung wäre schon mal da. Das es darüber hinaus Gerüchte und Spekulationen gibt, die aus Chris Griers Trade-Historie in den letzten Jahren eine „runde Sache“ machen würde, nenne ich nur mal der Sentimentalität wegen. Würde die LG-Vakanz schließen, aber ob der „beste LT der Liga“ auch die rechte Seite kann, wüsste ich nicht. DAS würde ich aber feiern ohne Ende.

Fazit O-Line im Speziellen als „position group of need“

Es gibt also keinen Grund in Panik zu verfallen. Matt Feiler, Dalton Risner, Collins – oder doch wieder Brandon Shell? Der ist immer noch FA – und hat seine Sache 2022 gar nicht sooo schlecht gemacht. Variante vier wäre das. Option 5 wäre der Draft und ein Picken eines OTs an einer Position rund um 51 (den Miami ja noch hat – andere needs hat man ja offenbar nicht mehr). Darnell Wright, RT der Tennessee Volunteers, oder Steve Avila (eher Guard) von TCU könnten hier Optionen sein – wobei mir Wright besser gefällt und ich hier einen Uptrade empfehlen würde. Den sehe ich tatsächlich als eine valide starting option an, für den so etwas Sinn ergeben könnte.

Warten wir ab, wie sich Chris Grier hier entscheiden wird. Vielleicht wird es auch eine Kombination aus mehreren Varianten werden. Ich bin aber nicht nervös, weil ich anhand der aktuellen Cap-Situation sowie der Einsparungs-Optionen, die man noch nicht ausgeführt hat (contract extension bei Wilkins, Cut von Keion Crossen, Trade von Ced Wilson oder Ogbah) und des im Juni fließenden Jones-moneys noch Einiges hier wird erwarten können. Bis jetzt ist die Defense stacked (es fehlt lediglich ein vierter Edger), die Offense weiterhin sehr gut und nur in puncto O-Line und drittem TE kommen Fragen auf. ABER: vielleicht regelt sich das in den nächsten Tagen ja auch noch. Wie gesagt: da sehe ich viele Möglichkeiten, sich noch (ohne splashy big time Trade für Tristan Wirfs oder so) ordentlich zu verstärken.

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