Die Dolphins-Secondary um Josh Boyer – eine Bilanz

Auf vielen Ebenen wird die Arbeit des DC Josh Boyer während der regular season kritisiert; aufgrund von Statistiken und PFF-Rankings möchte ich eine Aufstellung bieten, was er zu verantworten hat – und was nicht.

Beginnen wir zunächst mit den diversen Injuries in der Defense:

https://www.pro-football-reference.com/teams/mia/2022_injuries.htm#all_team_injuries

Eine sehr farbreiche Auflistung der Spieler, die auf dem Injury report Platz gefunden haben. Besonders ein Blick auf die Secondary ist aufschlussreich:

  • CB Byron Jones hat bislang auch keins der Spiele auf dem 53er roster zugebracht – 17 Spiele Ausfall
  • ST Captain und Reserve-Safety Clay Fejedelem war die ersten 5 Wochen auf IR
  • Starting Safety Brandon Jones verpasste 10 Spiele, starting Nickel CB Nick Needham sogar deren 11 Partien.
  • Xavien Howard kämpft quasi die gesamte Saison mit groin und knee injuries, setzte aber lediglich zwei Partien aus. Auch Safety Eric Rowe musste zwei Spiele pausieren.
  • Lediglich Jevon Holland taucht weder auf dem Injury report auf noch hat er Spiele verpasst.

Es handelt sich hier lediglich um 7 Spieler der Secondary, drei CBs und vier Safeties. Von den fünf startern waren über mehrere Wochen (seit dem Ausfall von Brandon Jones) drei Spieler komplett raus, einer musste sich angeschlagen mehr oder weniger durchschleppen, nur einer war „last man standing“. Das für den Hinterkopf. Eine Auflistung der starting Secondary der entsprechenden Wochen macht es deutlich (expected starter sind zur besseren Ansicht fett markiert. Woche 11 war bye week ^^):

I. HOLLAND – HOWARD – JONES – NEEDHAM

II. HOLLAND – HOWARD – JONES – NEEDHAM

III. HOLLAND – HOWARD – JONES – NEEDHAM – Kohou

IV. HOLLAND – HOWARD – JONES – Crossen – Kohou

V. HOLLAND – JONES – NEEDHAM – Kohou

VI. HOLLAND – HOWARD – JONES – NEEDHAM

VII. HOLLAND – HOWARD – JONES – Igbinoghene

VIII. HOLLAND – HOWARD – McKinley – Kohou

IX. HOLLAND – HOWARD – Rowe – Kohou

X. HOLLAND – HOWARD – Rowe – Kohou

XII. HOLLAND – HOWARD – Rowe – Kohou

XIII. HOLLAND – HOWARD – Kohou

XIV. HOLLAND – HOWARD – Rowe – Kohou

XV. HOLLAND – HOWARD – Igbinoghene – McKinley – Kohou

XVI. HOLLAND – HOWARD – Rowe – Kohou

VII. HOLLAND – HOWARD – Crossen – Rowe – Kohou

VIII. HOLLAND – HOWARD – Campbell – Kohou

Da wird einem doch schon ganz anders. Die häufigste starting Lineup war Holland, Howard, Rowe und Kohou (5 gemeinsame starts). Das zumindest vier geplante starter spielen und starten konnte, war seltener der Fall. Dies ist sicher ein Grund, die Regression der Defense (und besonders der Secondary) etwas zu entschuldigen. Das es Josh Boyer nicht geschafft hat, aus den verbleibenden Kräften eine bessere Secondary zu formen, steht trotzdem in seinem Buch. Das macht auch ein Blick auf die PFF-Rankings der Secondary-Spieler der Dolphins augenscheinlich (soweit sie durch PFF überhaupt erfasst wurden):

  • Kohou ist 37. von 122 CBs (besseres grade als Byron Jones 2021)
  • Nick Needham 64. (etwas schlechter als 2021)
  • Keion Crossen ist 112. (stand bei einem Drittel der defensive snaps auf dem Platz)
  • Noah Igbinoghene ist nur unwesentlich besser (51,8 zu 50,7)
  • Xavien Howard ist 83. (!) von 122 bei einer INT in 85% der snaps)

Nicht viel besser sehen die rankings der Safeties der Dolphins aus:

  • Brandon Jones ist 65. von 89 Safeties
  • Eric Rowe ist 71. von 89
  • Jevon Holland ist von den 89 lediglich 48. (!)
  • Fejedelem und Bethel haben keine rankings, aber grades von unter 53. Rowe hat als 71. einen grade von 57,3…
  • Lobende Ausnahme (bei lediglich 22% oder 253 snaps) ist Verone McKinley mit einem 69er-grade. Holland hat 65,5…

Man kann die Verletzungen also nur bedingt als Ausrede nehmen, denn schon vorher waren die Spieler nicht gut und konnten sich die gesamte regular season hindurch dann auch nicht entwickeln. Wenn die tragenden Säulen entweder nicht tragen können aus Verletzungs- oder Leistungs- oder Überlastungs-Gründen (Holland hat lediglich 15 defensive snaps NICHT gespielt – dafür aber 108 im special team), dann liegt es am DC, einen Plan B zu entwickeln. Zumindest in der defense habe ich den vermisst. Was ich ebenfalls vermisst habe, sind die Turnover und big plays durch die Defense.

  • mit 40 sacks auf Platz 14 der Liga
  • 8 INTs bedeuten Platz 29, 14 Takeaways Platz 30. Alleine Howard hatte letztes Jahr mit 5 INTs und 2 recovered fumbles die Hälfte davon. Dieses Jahr ein magerer Turnover. Das Schlimme: die 14 Turnover sind die der gesamten Defense…
  • Man hat dem Gegner (ligaweit führend) 38 First Downs „geschenkt“ durch Penalties – schlechter ist niemand in diesem Bereich.

Fazit: was die Pass-Verteidigung betrifft, hat DC Josh Boyer schon einiges zu erklären. Er kann die Verletzungen ins Feld führen, aber die doch deutlichen individuellen regressions von Howard und Holland können durch positive Ansätze (Kohou und McKinley mit Abstrichen) natürlich nicht verdecken. Nur mit Blitzes (insgesamt mit 233 total und 1/3 relativ Platz 2 der Liga) konnte nicht viel erreicht werden, zumal gerade nach dem Ausfall von Brandon Jones die Spieler dazu fehlten. Dies wurde durch LB-Blitzes zwar aufgefangen. Aber hier geht das Dilemma der Defense ja nahtlos weiter. Dazu – und warum auch dort ein einzelner „Leuchtturm“ für den pass rush verantwortlich zeichnet und das „der Wurm“ gar keine so schlechte Saison gespielt hat (im Gegenteil) – im zweiten Teil dieser losen Folge. Es würde mich aber nicht wundern, wenn gerade die Entwicklung der Pass-Verteidigung dazu führt, dass wir einen neuen DC bekommen könnten.

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