NFL PREVIEW WEEK 3 – MIAMI DOLPHINS VS. BUFFALO BILLS

WAS: NFL SAISON 2023 WOCHE 3 – MIAMI DOLPHINS (2-0) VS. BUFFALO BILLS (2-0)

WANN: Sonntag, 25.09.2022, 19 Uhr deutscher Zeit

WO UND WIE ZU SEHEN: Hardrock stadium, Miami Gardens/FL; in Deutschland übertragen werden PRO7 (mit dem geschätzten Carsten Spengemann am Mikro), DAZN in der #ENDZN und im Rahmen der RED ZONE des NFL Network sowie mit Hilfe des GamePass

Miami vs. Bills – Fortsetzung der Erfolgs-Geschichte und gleichzeitig Ende einer Serie?

Nachdem die Nachwehen des historischen Comebacks bei den Baltimore Ravens so langsam abgeklungen sind, wartet auf das Football-Team unserer geliebten Miami Dolphins schon der nächste Kracher – im Divisions-internen Duell zweier noch ungeschlagener franchises erwarten die Herren in Aqua das zurzeit vielleicht stärkste Team der gesamten Liga, die Buffalo Bills zum zweiten Heimspiel der Saison. Dabei stellt das Spiel für den deutschen Football-Fan den Auftakt der Spiele am Sonntag Abend dar, die nicht mehr auf dem „kleinen Bruder“ PRO7MAXX gezeigt, sondern durch das „Mutterschiff“ PRO7 ausgestrahlt werden. Dies ist aber nur eine kleine Randnotiz eines Spiels, welches so viele verschiedene kleine Geschichten (fort-) schreiben kann und mit Spannung erwartet werden darf.

So ist das Spiel am Sonntag nicht nur das dritte Spiel, welches der (nicht mehr ganz so) neue Coach Mike McDaniel an der Sideline sehen wird; bisher ist der Abkömmling des „Shanahan-trees“ in seiner Karriere noch ungeschlagen. Es ist auch der Versuch der Fins, die nun schon seit insgesamt sieben Spielen andauernde Durst-Strecke an Niederlagen gegen Buffalo durchbrechen zu können. Teils herbe Niederlagen stehen hierbei zu Buche, das letzte Aufeinandertreffen in Florida endete gar vollends ohne Punkte für das Heim-Team (0-35 im September letzten Jahres). Das Duell der Quarterbacks sieht demnach für den Hawaiianer im Aqua-Dress zwangsläufig auch nur Niederlagen gegen Josh Allen, der seinerseits eine weiße Weste gegen die Miami Dolphins aufweist. Also „same procedure as every game“, herbe Klatsche und heftiger Dämpfer ohne etwas zu holen? Das muss nicht zwangsläufig so sein, denn bereits zu Spiel-Beginn können einige Dolphins zumindest individuell neue Bestmarken in der Karriere aufstellen:

  • Terron Armstead, der in dieser Woche bisher nicht trainierte, aber wohl am Sonntag wird spielen können, kann sein 100. NFL-Spiel erleben
  • Tyreek Hill steht bei 498 Receptions in Amerikas höchster Football-Liga. Wenn er zwei erreicht, macht er die 500 voll
  • Xavien Howard wird das Dolphins-Jersey zum 75. Mal tragen und kann mit drei Tackles hier eine Schallmauer von 250 erreichen

Aber auch das sind nur nebensächliche Töne in einem Duell, das die Dolphins nicht von vorne herein als unlösbare Aufgabe ansehen werden. Zwar stehen für die Bills sehr deutliche Siege bei den Rams und gegen die Titans zu Buche mit einem point differential von plus 55 bei 72 erzielten und lediglich 17 conceded points. ABER: wer hier genauer hingeschaut hat, erkennt trotzdem die Möglichkeiten, wie die Dolphins den „Büffel umstoßen“ könnten. Dabei liegen diese neuralgischen Punkte nicht unbedingt in der gegnerischen Offense. Josh Allen mit über 300 yards passing/Spiel und zusätzlich seiner Mannschaft mit über 100 Yards rushing/Spiel (davon 66 durch den auch laufstarken QB) sind schon beeindruckend. Das Laufspiel zeigt sich mit eben Allen, Singletary und James Cook (nicht DER, sondern der Footballer) als dreiköpfige „rushing machine“.

Kontrolliere die Produktivität von Stefone Diggs und du hast die Bills im Griff? Leider nicht…

Im passing game ragt vor allem Stephon Diggs mit 270 Yards und 4 TDs heraus. Davis, McKenzie, Crowder und Knox als weitere Receiver kommen nicht mal auf jeweils 100 in zwei Spielen. Das zeigt aber auch: hier gilt es das matchup zu gewinnen. Ich gehe davon aus, dass DC Josh Boyer Xavien Howard auf Diggs ansetzen wird. Sein Kontrahent Ken Dorsay hingegen wird versuchen, das weiterhin akute Fehlen von CB Byron Jones auszunutzen und Diggs in Duelle mit Nick Needham oder Kader Kohou zu schicken, um einem der besten WRs der Liga (nach zwei Spielen Nummer 2 liga-weit) ein drittes Spiel über 100 Yards Receiving zu ermöglichen. Dieser Mann ist alleine nicht zu stoppen; die Secondary wird sich hier gegenseitig helfen und ihr „A-Game“ auf den Platz bringen müssen, um eben dieses Ansinnen zu verhindern. Das dies aber alles andere als gleichbedeutend mit Erfolg ist, haben die Aufeinandertreffen 2021 gezeigt. Da kam Diggs auf 100 Yards – zusammengefasst in zwei Spielen (!). Vielmehr waren es im September 2021 das Laufspiel (Singletary und Moss mit 3 TDs, 143 Yards insgesamt auf dem Boden) sowie 102 Yards und 1 TD Ende Oktober, die den Dolphins das Leben schwer machten. Es reicht nicht aus, Josh Allen vielleicht mehr unter Druck zu setzen als 2021 (1 sack in zwei Spielen sind doch recht mager) – die Variabilität aus Laufspiel und Pass-Spielzügen ist dieses Jahr allerdins statistisch noch nicht gegeben. „Nur“ 49 rushing (1 TD) und 71 passing attempts (7 TDs) zeigen den Stil von Dorsay ziemlich gut auf. Er möchte die Stärke des Arms von Josh Allen nutzen. Es gilt also, den drei sacks, die Allen bisher nehmen musste, etwas mehr hinzuzufügen. Pass rush mit QB spy wäre wohl die Devise, denn der Absolvent von Wyoming ist ja gut zu Fuß.

Verbesserter pass rush als ein Schlüssel, der passen muss

Besonders aufmerksam sollte dies eine defense verfolgen, die im letzten Spiel einen 75 Yards rushing-TD eines laufstarken QBs zu kassieren hatte. Genauso ist es am hoch gelobten pass rush der Jungs aus Miami, mal mehr als kümmerliche zwei sacks in der Saison in die Bücher zu bekommen. Da kommt viel Arbeit auf die Defense zu, die weit besser agieren sollte, als sie das in der ersten Hälfte gegen die Ravens tat (28 Punkte kassiert). ABER: ebenso hat Miami in sechs anderen Quartern nur 17 Punkte zugelassen. Wieso nicht mal konstant vier Quarter lang den Laden dicht halten?

Wie ärgert man die defense der Bills?

Auf der anderen Seite wiederum steht eine büffelstarke Defense, die in acht Quartern insgesamt nur eben jene 17 Punkte kassiert hat. Allerdings ist diese im Vorfeld des Aufeinandertreffens am Sonntag schwer angeschlagen. Tre´Deavious White auf IR, das Elite Safety-Duo Poyer-Hyde zumindest angeschlagen (zumindest Poyer wird aber wohl spielen können), starting CB Dane Jackson wohl auch nicht spielfähig – zwei Rookies (Elam, Benford) werden es wohl mit dem Top-WR-Duo der gesamten Liga aufnehmen müssen. Ist Diggs nämlich statistisch derzeit auf zwei, wird er „umarmt“ von Jaylen Waddle und Tyreek Hill. 240 bzw. 284 Yards receiving und insgesamt 5 TDs stehen für das „dynamische Duo“ auf der Haben-Seite. „Unleash the speed“ wird gerade für Tua (mal wieder) bei den keys to win stehen. Der Absolvent des College von Alabama kommt gerade aus einem seiner career games – und wenn auch nicht alles Gold bei Tagovailoa war, glänzte gerade gegen Ende in Baltimore sein Stern doch arg gewaltig. Wenn er jetzt noch die Vokabel „Konstanz“ in seine Leistungen integrieren könnte, die Gazetten würden den passing yards-leader der NFL (genau das ist er momentan) wohl allesamt in den Himmel loben und nicht das Salz in der Suppe suchen (leider auch finden). Unterstützt werden muss er hier weiterhin durch das bisher beeindruckende play-calling der Herren McDaniel und Frank Smith (OC), ein produktives Laufspiel (67 Yards von Mostert und 58 von Edmonds sind hier noch ausbaufähig), das eben angesprochene Pass-Spiel, aber vor allem im blocking. FB Alec Ingold hat hier angedeutet, dass er ein wichtiger Faktor sein KANN. Die meiste protection muss aber von der O-Line kommen.

„Ich vermisse Austin Jackson – das ich das noch mal sagen werde“

Dolphins Drive Podcast

Terron Armstead wird wie gesagt wohl spielen können und versuchen als LT vieles abzuwenden. Connor Williams als Center und Guard Robert Hunt bieten eine zumindest solide Leistung. Gegen Buffalo wird es aber vor allem auf die anderen beiden, Greg Little und Liam Eichenberg, ankommen. PFF gibt dem Alumni der „Goldhelme“ von Notre Dame lediglich eine 36. Greg Little ist mit 48,5 nur wenig besser. Nun kommen im nächsten Spiel dann All-Pro Vonn Miller, Greg Rousseau (je 2 sacks), A.J. Epenesa oder eventuell Ex-Dolphin Jordan Phillips (hat mit hamstring aber die Woche noch nicht trainiert) auf die Beschützer zu. Eine wahrlich sehr unter Druck setzende Kombination, die die Herren in Aqua da aufzuhalten haben, wo in den letzten beiden Spielen (ist aber nicht alleinige Schuld der Linemen) insgesamt vier sacks herauskamen. „Gebt Tua Zeit und verstärkt das blocking“ ist nun kein unbekannter key to win für die Dolphins. Will man offensiv erfolgreich sein, muss hier aber die Mauer stehen. Steht die auf wackligen Beinen, wird aus „the Rock“ dann doch eher eine Hüpfburg mit viel heißer Luft. Denn ein Sieg kann nur gelingen, wenn (anders als in Woche 1 oder 2, wo jeweils nur einer der Mannschafts-Teile z.T. herausragend spielte) auf beiden Seiten des Eis die Dolphins nahe an 100% heranreichen. Nach den schlechten Erfahrungen der Ravens werden sich gerade die AFC East-Rivalen aus New York (Jets und Giants spielen bekanntlich in New Jersey, lediglich die Buffalo Bills tragen ihre Spiele im Orchard Park innerhalb der Stadtgrenzen des Big Apple aus) davor hüten, bei 20 Punkten Vorsprung den Dolphins ein weiteres Comeback zu ermöglichen. Aber vielleicht gibt es für die franchise aus Florida endlich mal wieder einen Sieg gegen Josh Allen und die Bills. Ich hoffe, dass der Artikel gezeigt hat, dass dies sehr schwer, aber nicht umöglich, werden wird. So, und jetzt ist TNG und der Artikel zu Ende. Auf ein spannendes Spiel, #FinsUp und auf das zumindest eine der Negativ-Serien gegen die Buffalo Bills enden möge.

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