
Während sich in der NFL momentan alles um den Combine im Lucas Oil stadium in Indianapolis dreht und sich auch die Miami Dolphins mit vielen Rookie prospects treffen, um erste Scouting- und andere Eindrücke im Vorfeld des NFL-Drafts zu erhalten, gab es von zwei Seiten heute gute Nachrichten, die das Arbeiten des neuen Front Office positiv beeinflussen können. Zum Einen dreht es sich um soft skills, zum anderen um „harte Fakten“, wenn es in 14 Tagen in die Free Agency und um die Attraktivität der Franchise aus dem Süden Floridas geht.
I. Die „soft skills“ – Miami verteidigt einen inoffiziellen Titel
Zwar sollte es in diesem Jahr nicht veröffentlicht werden – die NFL und die Spielergewerkschaft NFLPA hatten sich deswegen bereits deutlich in den Haaren – aber durch einen Leak sind die Benotungen der Facility und anderer indirekter Faktoren der Miami Dolphins als Arbeitgeber durch die Spieler nun doch heraus gekommen. Die Umfrage der Gewerkschaft fand bereits während der Saison zwischen Anfang November und Mitte Dezember anonym statt, von daher ist sie bedingt aktuell und zeitgemäß. Die Dolphins wiederholen dabei ihren seit einigen Jahren immer mal wieder in diesen Umfragen erworbenen indirekten Titel als „beste Franchise der NFL“ (dieses Prädikat gibt es so natürlich nicht) mit den mit besten Umgebungs-Faktoren. Die einzelnen beurteilten Elemente in der Übersicht:

Schlecht schneiden in dieser Umfrage erstaunlicherweise der Head Coach und der STC ab. Dabei handelt es sich der Logik nach mit Craig Aukerman und Mike McDaniel um ehemalige Coaches der Miami Dolphins – hier wurde also bereits an den „schlechten“ Bewertungen gearbeitet. Da sich auch die Aspekte „General Manager“ (hier bekam die Note der weiter für die Dolphins tätige Champ Kelly), Defensive Coordinator (hier könnte man die Noten der Packers für Jeff Hafley mit der Benotung von Mike McDaniel austauschen) und „positional coaches“ geändert haben, bleibt als einziges „B“ der Aspekt treatment of families übrig. Reicht die Rutsche als Kinder-Belustigung wohl noch nicht aus und Stephen Ross muss sich etwas einfallen lassen, um auch hier eine Bestnote zu erhalten ^^
Das liebe Geld oder die Festlegung des salary caps
Gerade am heutigen Freitag wurde als zweite News aus der NFL die Frage des zur Verfügung stehenden Geldes beantwortet. Hier erhalten in dieser Saison die Miami Dolphins zwar keine Bestnote, nun besteht aber Planungs-Sicherheit. Zwar sind die 301.2 Millionen Dollar etwas weniger, als man bestenfalls erhoffen konnte, damit wird aber zum ersten Mal in der Geschichte die Grenze von 300 Millionen überschritten. Ein Blick auf die Entwicklung zeigt den „Swift-Faktor“, die „Corona-Delle“ sowie das deutliche Wachstum gerade in der jüngeren Vergangenheit deutlich auf. Binnen fünf Jahren von quasi 182 auf über 300 Millionen gestiegen zu sein, ist eine sehr rasante Entwicklung – deren Ende sicher noch nicht erreicht wurde.

Dies wirft zu Recht die Frage auf, wie es mit dem zur Verfügung stehenden finanziellen Spielraum für die Miami Dolphins beschaffen ist. Als Informations-Quelle darf man hier entweder spotrac.com oder overthecap.com sowie die Website der Spielergewerkschaft, nflpa.com, zu Rate ziehen. Bei Spotrac stehen die Dolphins derzeit bei – 3,808 Millionen, während die anderen beiden Auflistungen noch nicht aktualisiert wurden. Zu dieser Zahl muss jedoch ein großes ABER mit bedacht werden. Hier wurde nämlich die Trennung von Bradley Chubb, die bereits durch die Medien ging, nicht berücksichtigt. Es ist bis zum heutigen Tag nicht bekannt oder klar, um welche Art des releases es sich bei dem 30-Jährigen handeln wird, was den finanziellen Spielraum ja erheblich beeinflusst. Bei einem normalen release stünde der Cap space-Gewinn bei 7,343 Millionen Dollar. Handelt es sich allerdings um einen release mit Post June 1st designation – das dead money würde auf zwei Jahre entsprechend der garantierten Gelder aufgeteilt – würden die Dolphins aktuell gar keine Einsparungen erzielen, aber am 2.6. bis auf 11 Mios dead money Chubbs cap hit von 31,2 Mios aus den Büchern bekommen – ausreichend „frisches Geld“, um die Draft class von 2026 unter Vertrag nehmen und Gehalts-Einsparungen vornehmen zu können.

Wer jetzt aufgrund des aktuellen Minus Panik bekommt, dass die Fins es nicht schaffen werden, bis zum offiziellen Start der neuen Saison in 14 Tagen ins Plus zu kommen und nun mit einem weiteren Abgang eines Leistungs-Trägers spekuliert, dem sei gesagt: ganz entspannt! Miami hat derzeit 52 Spieler unter Vertrag. Entließe man einige der Spieler mit future contracts – auch in Anbetracht dessen, dass man ja einige Free Agents und Rookies in den 53 Spieler umfassenden Kader hinzu bekommen dürfte – wäre man locker wieder in den schwarzen Zahlen. Das dürfte Anfang März dann auch passieren, wenn es notwendig sein sollte. Variante zwei wären andere Einsparungen in Form von Vertrags-Verlängerungen, Vertrags-Restrukturierungen und anderen finanziellen Moves. Die Dolphins dürften hier handlungsfähig sein, was auch immer sie hier planen. Wer das mal simulieren möchte, es gibt einige „virtual GM“ – Modelle auf Madden-Karriere-Basis, die praktikabel wären, u.a. https://sticktothemodel.com/teams/be-a-gm als eines der Beispiele. Wenn ihr also Jon-Eric Sullivan die Arbeit abnehmen möchtet: Go for it!



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