
Landläufig wird der vierte May ja als Star Wars-Tag bezeichnet, da die englische Aussprache dieses Datums (May the fourth) an den ikonischen Satz „May the force be with you“ erinnert, welches im Deutschen so elegant mit „möge die Macht mit dir sein“ übersetzt wurde. Mit Macht hat der heutige Tag für die Dolphins-Fans weltweit eher indirekt zu tun, eher mit Trauer und Gedenken an eine „Macht“, welche die Franchise aus dem Süden Floridas lange Jahre und Jahrzehnte bestimmt hat.
Vor sechs Jahren – und genau an diesen Tag wird sich heute erinnert – nämlich verstarb der langjährige Cheftrainer der Miami Dolphins und Headcoach der zwei Super Bowl-Triumphe, Donald Francis Shula, im betagten Alter von stattlichen 90 Jahren und hinterließ damit eine sehr große Lücke. Das Gedenken an den „Don“ halten die Franchise und die Fans der Miami Dolphins bis heute und in alle Zeiten hoch – ist er doch mit Abstand der NFL-Trainer mit den meisten Siegen in der regular season (328). Der nächstplatzierte, noch aktive, Trainer ist Andy Reid (279), der noch vier-fünf Jahre durchgehend weitercoachen müsste, um diese Zahl erreichen zu können. Ob Reid allerdings bis Mitte 70 weitercoachen wird, erscheint doch etwas fraglich.

Die Liste der Spieler, die Coach Shula bei den Miami Dolphins ihre Karriere zu verdanken haben, ist in seiner Amtszeit von 1970 bis 1995 dementsprechend lang; vorher hatte er die Baltimore Colts von 1963 bis 1969 betreut und mit ihnen 1968 einen Titel gewonnen. Drei der vier Auszeichnungen zum Coach of the year (1964,67,68 und natürlich 1972) erhielt er noch bei seiner ersten Station als Hauptverantwortlicher, die meisten der insgesamt 347 Siege als Trainer holte er allerdings mit den Miami Dolphins. Entscheidend für die Miami Dolphins sind aber die Siege der Saison 1972, die er mit den QBs Bob Griese und Earl Morall (im Foto rechts und mittig) erreichte. Die ersten fünf und den siebzehnten Sieg fuhr dabei Griese ein, der in der Zwischenzeit (verletzt) durch Earl Morall vertreten wurde. Shula ist natürlich auch der Baumeister der „Perfect season“.
In der zweiten Blütephase der Franchise gelang es dem „Don“ zwar, einen gewissen Daniel Constantine Marino Jr. zu den Miami Dolphins zu draften und ihn weite Teile in dessen 17 Jahre andauernder Karriere zu begleiten; ein SB gelang den beiden zusammen aber nicht. 1984 waren sie kurz davor, wurden aber von Joe Montana und den 49ers aufgehalten.

In der Community Süd-Floridas und auch in der internationalen Dolphins-Bubble wird er aber aufgrund seiner Leistungen unvergessen bleiben – an ihn soll heute erinnert werden. Nicht mit einer Kaputze über dem Kopf oder einem Lichtschwert in der Hand. Mit getönter Sonnenbrille, einem Klemmbrett in der Hand und auf den Schultern seiner Spieler ist an diesem Tage vollkommen ausreichend.


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