
Noch drei Tage, dann gibt es endlich wieder Miami Dolphins Football! Am 14.8. wird im Northwest stadium gegen die Washington Commanders die Ära des neuen Coaches Jeff Hafley auch offiziell eingeleitet. Da es sich hier in erster Linie um einen Test der Spieler in den hinteren Rängen des rosters handeln dürfte, wird es keinen Vorbericht geben. Im Vorfeld sind aber einige Personalien rund um den Kader der Dolphins zu erwähnen. Letzten Endes wird dies aber auch nicht verhindern, dass – vornehmlich in der zweiten Halbzeit – Spieler das Jersey der Fins tragen werden, die dies nur noch bis maximal zum 30. August tun werden. An diesem Tag werden die roster auf die 53 Mann reduziert werden. Einige Spieler sind aber im Vorfeld schon nicht mehr dabei.
1. Die jüngsten Kader-Bewegungen
DE Seth Coleman-Lyles wurde entlassen, ebenso RB Anthony Hankerson und Safety Omar Brown. So weit, so unspektakulär. In einer 53 Mann roster prediction wäre sicherlich keiner dieser Herren aufgetaucht. Anders ist das bei zwei Spielern, die nach dem Draft als UDFAs zu den Miami Dolphins kamen und ebenfalls nun nicht mehr Teil der Mannschaft sind. Während DT Rene Konga aus medizinischen Gründen auf die IR-Liste gesetzt wurde, trennte man sich von QB Mark Gronowski aus sportlichen Gründen. Der ehemalige QB des Colleges in Iowa konnte sich schlichtweg im Training nicht an Quinn Ewers und Malik Willis vorbei kämpfen und musste dementsprechend Platz machen. Ob Miami den Kampf um einen QB spot bis Saison-Beginn durch einen dritten Spieler wieder auffüllen wird, steht noch nicht fest.

Was allerdings schon feststeht, ist das Ende des Kicker battles um den freien Platz im Special Team. Weil sich Zane Gonzalez schwerer verletzt zu haben scheint, wurde auch er auf die Injured Reserve-Liste gepackt. Die Wahl wird also zwangsläufig bei Riley Patterson landen, der der einzig verbliebene Spieler dieser Position im Kader ist. Hier macht man aber sicher nichts verkehrt, das hat er in der letzten Saison nachweisen können und wird dies in Miami fortsetzen dürfen.
2. Neue Spieler ersetzen die Abgänge
Wo Akteure gehen, werden in der NFL die freien Plätze schnellstmöglich belegt. Dabei ist kaum einer der Namen wirklich spektakulär oder kommt auf herausragende Reputation im Vorfeld. Da Ausnahmen die Regel bestätigen, ist aus der Gruppe von TE Jeremiah Franklin, CB Ahmari Harvey und Safety Tanner Wall (noch ohne NFL-Einsatz) sicherlich der Name des 28-Jährigen Nick McCloud herauszunehmen. Der ehemalige Cornerback der Giants, 49ers und Bears bringt es in fünf Jahren NFL immerhin auf 63 Spiele (davon 20 gestartet). Klar, mit 1.5 Career sacks und einer Career Interception ist er kein herausragender Akteur in der Secondary. 436 snaps bei Chicago in der 2025er-Serie sowie Einsätze im Special Team sind aber zumindest ein erster Ansatz von Qualität. Er wird ohnehin in den Battle des CB rooms gehen müssen, von dem nur schwer vorherzusagen ist, wer neben Rookie Chris Johnson einen Platz im roster bekommen könnte. Hier sind sicherlich auch die Eindrücke der Preseason games wichtig. Dort wird man McCloud testen und beurteilen.

3. Die Miami Dolphins gehen einen Trade ein
Gestern kam dann die Meldung, dass sich die Miami Dolphins die Rechte am ehemaligen Patriots-OT Caedan Wallace gesichert haben. Boston wollte ihn ursprünglich entlassen; den Dolphins war das Risiko aber zu groß, dass der ehemalige Drittrunden-Pick aus dem Jahr 2024 (er wurde an 68 ausgewählt…) durch eine andere Franchise geclaimed werden könnte. Ganz offensichtlich hat der ehemalige starting RT der Penn State Nittany Lions einiges an Potential und wird die Rotation der Offensive Line sicherlich in der Breite nicht verschlechtern. Zwar hat er insgesamt bisher nur zehn Spiele auf NFL-Level auf seiner Vita zu stehen. Allerdings wurde dies durch Knöchelprobleme und ein gebrochenes Bein in seiner Rookie-Saison auch auf vier Spiele verkürzt. Die Patriots planten Wallace offenbar auf der LT-Position ein, unter Mike Vrabel sollte er aber als Guard aktiv sein, so dass im Vergleich zu seiner Zeit am College er also mehrfach hin- und hergeschoben wurde (positiver Sprech: er ist flexibel einsetzbar). Bei den Miami Dolphins wird er sich um einen Platz in der hinteren Reihe bewerben, da ist Versatilität sicher kein Nachteil – wenn er auch 2025 als Left Guard bei New England nur wenig zum Einsatz kam (da aber gesund). Sein Anspruch wird es aber sein (müssen), sich hinter Jamaree Salyer als siebter Spieler in der O-Line einen Platz zu erkämpfen. Charlie Heck, Josh Priebe oder Gottlieb Ayezde in allen Ehren, aber als ein day 2- Draftpick sollte dies sein Anspruch schon sein.
Vom reinen Value her betrachtet ist der Trade allerdings eine sehr günstige Transaktion geworden. Gemeinsam mit dem Spieler zusammen erhält man einen Siebtrunden-Draftpick des Drafts 2029 aus Boston. Wahrscheinlich wird der wohl so um 240 oder 250 liegen. Für Pick und Spieler geben die Dolphins einen Pick aus der sechsten Runde des übernächsten (!) Drafts an den Divisions-Rivalen ab. Je nach Stand des Rebuilds sollte der nicht allzu früh dran sein und irgendwo zwischen 180 und 210 liegen. Aber wie gesagt: wenn seine Verpflichtung helfen kann, die doch fehlende Tiefe in der Offensive Line zu beheben: bitte schön, immer her damit! Wallace wird sich ebenfalls am Sonntag in Washington (technisch gesehen ist es Summerfield in Maryland) präsentieren und seine Qualität nachweisen können.



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