DER (endlich vollständige) COACHING STAFF DER MIAMI DOLPHINS 2026

Der deutsche Sänger Stephan Remmler hat es im Jahr 1987 schon gewusst und heute hat es sich auch für die Zusammenstellung des Coaching staff von Neu-Trainer Jeff Hafley bewahrheitet: Alles hat ein Ende! Zwar wurde heute keine Wurst verpflichtet, aber die Miami Dolphins haben durch vier Coach-Verpflichtungen in den letzten 24 Stunden die Lücken geschlossen und damit diesen Teil des Neuaufbaus abgeschlossen. Dieser wurde heute dann auch offiziell vorgestellt. Dabei ist auffällig: Bobby Slowik (mit neuer Aufgabe), Joe Barry (neues Gebiet), Lemuel Jeanpierre (rochiert als Assistant von der O-Line zu den Tight Ends) plus DeShawn Shead und Austin Clark (die als einzige ihren Job behalten durften) sind die Trainer, die aus dem letzten Jahr übernommen wurden – alle anderen Positionen wurden komplett neu und extern besetzt. Zwanzig von insgesamt 24 Positionen neu besetzen zu müssen, ist schon eine heftige Herausforderung, diese 83% müssen sich auch erst einmal zusammenfinden, bevor sie auch offiziell Anfang April mit der Mannschaft trainieren dürfen.
Die neuesten Additions im Coaching staff

Beginnen wir zunächst mit einem Coach, der bei den Dolphins bereits seit 2020 unter Vertrag steht. Der 38-Jährige Lemuel Jeanpierre war bislang als Assistant offensive line coach tätig, wechselt aber nun seinen Arbeits-Bereich. Zukünftig wird der ehemalige Center der Seattle Seahawks (2010-15, gewann mit denen Super Bowl XLVIII) an der Seite von Ron Middleton die Tight Ends betreuen.

Die Miami Dolphins haben einen Nachfolger für Jon Embree auf der Position des Tight End Coaches gefunden und „bedienen“ sich divisions-intern bei den grünen Freunden aus dem Big Apple. Ron Middleton wird in Zukunft die TEs der Dolphins betreuen und eine neue Unit zusammenstellen dürfen. Schließlich ist bis auf den 2025 verletzten Jalin Conyers kein Spieler dieser Positionsgruppe mehr offiziell im roster. Greg „Dulle“ Dulcich, Veteran Darren Waller und „Goat“ Julian Hill sind allesamt derzeit als Free Agents gelistet. Middleton kann demnach Aufbau-Arbeit leisten. Dabei bringt der 60-Jährige sowohl praktische Erfahrung als NFL-Spieler als auch als Trainer auf NFL-Niveau (2004-06 bzw. ab 2013) mit. Er coachte neben den TEs der Jets auch bei den Bucs und den Jaguars sowie zwischenzeitlich bei den Colleges von Troy, Alabama, Duke und Ole Miss. Der Erfolg eines Tyler Conklin im Big Apple wäre ein praktisches Beispiel der Tätigkeit von Middleton, der als Spieler im Übrigen einen Ring erworben und Super Bowl XXVI mit den Redskins gewinnen konnte.

Super Bowl-Meriten bringt auch ein anderer designierter neuer Trainer nach Miami mit – der aber als Coach bei den Eagles und nicht als Spieler. Die Offense der Philadelphia Eagles war im letzten Jahr unter ihrem OC Kevin Patullo nicht so produktiv wie in den Jahren davor und es gab viel Kritik an der Arbeit Patullos. Der 44-Jährige tritt nun wieder einen Schritt in der Hierarchie nach hinten und kehrt zurück an den Ort seiner Highschool (er besuchte die Western in Davie/Broward County). Er bringt dabei langjährige Erfahrung als Coach bei den Chiefs (ab 2007), Bills, Titans, Jets, Colts und eben Eagles (seit 2021) mit, im Wesentlichen als pass game Coordinator und im letzten Jahr wie schon erwähnt unter Nick Sirianni (zusammen seit 2018 in diversen Konstellationen), dabei verantwortlich für die offensiven play calls. Dies würde in seiner Funktion als passing game coordinator entfallen, so dass er sich wieder mehr auf seine nachgewiesenen Stärken in diesem Bereich konzentrieren und entlastet werden könnte. Wie NFL-Experte Mike Garafolo (NFL Network) berichtete, wurde Patullo ein Job bei den Eagles angeboten, welchen er aber abgelehnt und sich für Miami entschieden habe. Teile des offensiven Erfolgs von Jalen Hurts in den Vorjahren schreibt Garafolo der Kompetenz von Patullo zu. Ganz so schlimm, wie seine Reputation im letzten Jahr gemacht wurde, scheint der mit 17 Jahren auf NFL-Niveau ausgestattete Neu-Coach der Fins also nicht zu sein.

Er wird in der Offense vor allem Bobby Slowik zur Seite stehen, mit den Quarterbacks der Dolphins und Bush Hamdan zusammenarbeiten. Der 40-Jährige ist der Nachfolger von Nathaniel Hackett, der nach einigen Tagen diese Position nicht mehr bekleiden wollte und als OC innerhalb der NFL wechselte. Mit Hamdan gehen die Miami Dolphins nun einen anderen Weg. Der ehemalige OC der University of Kentucky war in der Zwischenzeit als WR Coach bei Mississippi State beschäftigt gewesen und bringt – ganz im Gegensatz zu Hackett – lediglich ein Jahr coaching-Erfahrung auf NFL-Niveau mit nach Florida. Im Jahr 2017 arbeitete er mit Matt Ryan bei den Atlanta Falcons; die übrige Zeit seiner Trainer-Vita fand auf College-Niveau statt; die Quarterbacks von Washington (2018/19), Missouri (2020-22), Boise State (2023) und eben Kentucky (2024/25) wurden durch ihn ausgebildet. Berührungspunkte mit den Miami-QBs hatte er bislang nicht. Es wird allerdings Teil seiner Aufgabe sein – in Verbindung mit Hafley, Slowik und Patullo – sich mit der offenen QB-Frage der Miami Dolphins zu befassen, die im Hintergrund bereits angelaufen ist.
EINSCHUB: Die Quarterback-Frage der Miami Dolphins
Denn auch in der Quarterback-Frage scheint es eine erste Entwicklung gegeben zu haben. Nach Aussage von Jeff Hafley und Jon-Eric Sullivan wurden erste Gespräche mit Franchise-QB (wie lange noch, erscheint fraglicher denn je) Tua Tagovailoa geführt. Es werde wohl, so sagte Sullivan am Rande einer Veranstaltung im Baptist Health Centre, „bald eine Entscheidung hinsichtlich der Zukunft von Tagovailoa geben“, Competition sei aber Teil des Prozesses bei den Quarterbacks. Man darf demnach gespannt sein, wie sich die Franchise unter den neuen Verantwortlichen hinsichtlich des Quarterbacks entscheiden könnte.
Es wurde aber auch eine Entscheidung bezüglich Zach Wilson getroffen. Dessen Vertrag wurde am heutigen Feitag nämlich offiziell gevoided, Das bedeutet im Grunde genommen nichts anderes als die Tatsache, dass man Teile dessen Gehalts auf 2025 und 2026 aufgeteilt hatte, obwohl Wilson fast sicher in der kommenden Saison nicht für die Dolphins spielen und sich einer anderen Franchise anschließen wird, nachdem er das „Backup battle“ gegen Quinn Ewers verloren hatte. Er wird also Free Agent werden und die Dolphins trotzdem knapp 3.8 Millionen Dollar an dead cap kosten.



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