Aus aktuellem Anlass: Die Tua-Situation

Die mitunter entscheidende Frage ist die Situation rund um Quarterback Tua Tagovailoa. Bleibt er bei den Dolphins, wird er schlichterdings entlassen oder gibt Miami ihn an eine andere Franchise ab? Was passiert in der Zeit vor dem 1. Juni und was danach, wie entwickelt sich die finanzielle Komponente – und welche Optionen gibt es dabei überhaupt? Anlässlich mehrerer Aussagen des neuen GMs Jon-Eric Sullivan lohnt ein erneuter Blick auf diese Gesichtspunkte.

I. Das sagt Sullivan

Anlässlich des in den nächsten Tagen stattfindenden NFL Combine, wo sich die Verantwortlichen der Liga treffen, um die potentiellen zukünftigen Rookies während verschiedener physischer Tests unter die Lupe zu nehmen, hat Miamis neuer GM in einer Talkrunde mit mehreren Reportern aus der Region Südfloridas auch über die Zukunft des eigentlichen Franchise-QBs gesprochen.

We’ve had conversations with Tua and his representation. Everything is on the table, including the potential of a trade. We don’t know which way that’s going to go. There’s a lot of different factors at play, a lot of conversations being had.

Jon-Eric Sullivan at the Combine zur Tua-Situation

Das ist erst einmal nichts Halbes und nichts Ganzes. Im Vorfeld hatte Sullivan schon die Möglichkeit einer Draft-Strategie angesprochen, in jedem – vor allem aber in diesem – Jahr der Rookie-Auswahl einen QB mit einem der Picks auszuwählen. An sich ist es gut, dass man mit dem Hawaiianer und seinen Beratern bei Equity Sports in Kontakt steht und miteinander spricht. Auf der anderen Seite stehen die verschiedenen Optionen für alle recht klar auf dem Papier. Dazu zählt nicht die bald anstehende Zahlung von 3 Millionen Dollar der 2027/2028er base salary, die Mitte März am dritten Tag des neuen Liga-Jahres fällig wird. Dazu zählen dead money, salary und andere Aspekte seines Monster-Vertrags.

II. Das sagen die Zahlen

Hierbei liegen die verschiedenen Möglichkeiten zunächst sehr deutlich auf der Hand:

  • Miami entlässt Tua sofort, „frisst“ bei einem Cut vor dem 13.03. (wegen der Garantien wichtig) 99,2 Millionen Dollar dead cap und runinert sich das salary cap für dieses Jahr nachhaltig. Die Dolphins zahlen also knapp 43 Millionen Dollar mehr als Tuas cap hit 2026, damit der Alabama-Alumnus nicht mehr für Miami auf dem Platz steht
    • Tua wird zwischen dem 13.3. und 30.5. offiziell entlassen ist eine zweite Variante. Die ist aber mit noch höheren Kosten verbunden. Die Dolphins würden hier die 3 Millionen garantiertes Gehalt noch auf das ohnehin schon üppige dead money draufgepackt bekommen; das dead money läge über 100 Millionen Dollar

      Beide Varianten machen aus finanziellen Gesichtspunkten nicht wirklich Sinn bei einer Franchise, deren Gesamt-Budget für 51 Spieler bei knapp 305 Millionen liegt. Ein Drittel für einen Spieler auszugeben, der dem Team gar nicht mehr angehört, ist doch sehr unwahrscheinlich. Etwas wahrscheinlicher ist da schon die Variante eines Trades vor dem Stichtag des 01.06.2026. Die Dolphins würden zwar knapp 45 Millionen Dollar dead money in Kauf nehmen. Sie würden aber im Vergleich zum Gehalt von Tagovailoa in der kommenden Saison sogar knapp 11 Millionen an salary einsparen. Zum Vergleich: ein signing der Draft class dieses Jahres würde Miami Stand 25.02. etwas über 14 Millionen kosten, was mit einem Trade von Tua fast schon erwirtschaftet wäre. Wahrscheinlicher ist aber ein Move nach dem Draft bzw. nach dem ersten Juni.

      III. Die Besonderheit der June 1st designation

      Im Rahmen dieser bilanziellen Besonderheit ist es NFL-Franchises in zwei Fällen möglich, das „tote Kapital“ nicht in einem Jahr abschreiben zu müssen, sondern es auf zwei Jahre aufteilen zu können. Die Miami Dolphins scheinen diese Option bei Bradley Chubb ganz offenbar anwenden zu wollen, so dass nur noch eine solche Vorgehensweise verfügbar wäre. Das dead money wären dann zwar insgesamt immer noch 99,2 Millionen. Es würde aber zu zwei Dritteln diese und zu einem Drittel nächste Saison fällig, so dass Miami bei dieser Variante des releases „nur“ etwas über 11 Millionen mehr an dead money hätte als Tua verdienen würde. Knapp 32 Millionen wären erst 2027 auf der dead money-Liste der Franchise.

      Erheblich günstiger wäre die letzte der vier Varianten, ein Trade mit Post June 1st designation. Zwar müssten die Dolphins immer noch zwei Jahre lang dead money für den gerade noch 27-Jährigen in Kauf nehmen. Dieses Geld wäre aber 2026 (13,4 Millionen) und 2027 (31,8 Mios) noch die am Wenigsten teure Variante des Wegs ohne Tua. Bliebe der, wäre nämlich ein Cap hit von 56,3 Mios durch einen solchen Trade in diesem und dem folgenden Jahr mit weniger finanziellem Aufwand verbunden.

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